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Modelle

Zur Zeit fertige ich zwei verschiedene Messermodelle. Das "Scout" ist ein Outdoor- und Jagdmesser. Es ist ein robustes feststehendes Modell mit einem kompakten Design und ein verlässlicher Begleiter bei sämtlichen Freizeitaktivitäten in der weiten Wildnis, zum Schneiden, Schnitzen, Späne hobeln oder für die vielfältigen Arbeiten bei der Jagd.
Das "Smutje" ist ein Küchenmesser für die tägliche Schnippelei in der heimischen Kombüse. Es hat eine mittlere Klingenlänge und wird damit zum Universalmesser für lauter verschiedene Arbeiten und Lebensmittel: Gemüse, Obst, Kräuter, Fleisch, Fisch – zerteilen, schneiden, stückeln, schnibbeln, schnetzeln – klappt in jeder Kombination. 

Jedes Messer ist dennoch ein Einzelstück und bekommt durch das verwendete Material und die individuelle Fertigung von Hand seinen eigenen Charakter. Stöbert doch ein bisschen im Shop, wo Scout und Smutje in Zukunft sicher noch Gesellschaft bekommen werden. Habt ihr eine besondere Vorstellung und wünscht euch zum Beispiel ein bestimmtes Griffholz, aber findet gerade kein entsprechendes Messer im Katalog, schreibt mir einfach und ich schaue gerne, was sich – wortwörtlich – machen lässt!
 

Fertigung

Die Fertigung eines meiner handgemachten Messer dauert etwa zwei bis drei Tage. Von der Auswahl der Materialien bis zum letzten Feinschliff fallen einige Arbeitsschritte an: Es müssen das Design auf den Rohstahl angezeichnet und die Löcher für die Pins vorgebohrt werden, der Rohling in seine grobe Form gebracht und am Bandschleifer weitergeformt werden, die Klinge angeschliffen und der Rohling gehärtet werden. Das passiert in meinem Gasofen, je nach Stahl bei bis zu 1100 Grad. Nun muss der Stahl bei niedrigeren Temperaturen angelassen, also wieder etwas weicher gemacht werden, um weiter bearbeitet und später auch belastet werden zu können. Als Nächstes werden das Logo ins Messer geätzt und eine Grundschärfe angeschliffen, ein Griffschalenpaar gesägt, geformt, gebohrt, geschliffen und schließlich mit Epoxidharz alle Messerteile zusammengefügt. Nun muss alles trocknen und anschließend der Griff geformt werden. Die finale Schärfe entsteht auf meinen Wasserschleifsteinen. Jetzt nur noch Griff und Klinge ölen und – tadaaa! 

Das alles passiert in meiner Werkstatt in Rastede bei Oldenburg. Sie befindet sich in einer kleinen Gewerbehalle, die ich im Januar 2018 bezogen habe und immer weiter ausbaue. Im ersten Stock darüber hause ich mit meiner Freundin und unserem Hund. 

 
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Pflege

ALLGEMEINES

Um die Schneide zu schützen, sollten die Messer weder lose in die Besteckschublade noch in den Geschirrspüler gesteckt werden. Der Kontakt mit härteren Gegenständen kann die Klinge stumpf machen. Besser für die Aufbewahrung ist ein Messerblock oder eine Magnetleiste, oder ihr wickelt es einfach in ein schützendes Tuch – das geht auch unterwegs gut. Ideal ist sonst natürlich eine passende Messerscheide, um das Werkzeug immer griffbereit zu haben. Als Schneideunterlage sind Holz- oder Kunststoffbretter solchen aus harten Materialien wie Glas oder Stein vorzuziehen – Grund siehe oben. 


Klinge

Bei der Pflege der Klinge geht es vor allem um Rostvermeidung. Ich verwende für meine Messer sowohl rostfreien als auch nicht rostfreien Stahl. Beide haben ihre Vor- und Nachteile: Je höher der Kohlenstoffanteil im Stahl ist, desto härter wird das Messer, lässt sich dadurch besser schleifen und bleibt länger scharf – ist dafür aber nicht so rostbeständig. Damit ihr lange etwas von eurem Messer habt, gilt für beide Stahlsorten: Lasst das Messer möglichst nicht nass oder schmutzig herumliegen. Besonders bei Kontakt mit säurehaltigen Lebensmitteln solltet ihr es nach dem Schneiden kurz abwischen, soweit es die Situation erlaubt, und nach getaner Arbeit mit heißem Wasser und Spüli abreiben und direkt trocknen. 

Ab und zu könnt ihr eurem Messer mit ein bisschen Öl etwas Gutes tun: auf die gesamte Klinge auftragen, mit einem sauberen Lappen verteilen, über Nacht einwirken lassen und die überschüssigen Reste ebenfalls mit einem Lappen entfernen. Besonders beliebt dafür, weil lebensmittelecht und universell einsetzbar, sind Sinensis Kamelienöl oder Ballistol Universalöl. Herkömmliche Speiseöle sind meist nicht säurefrei und können dem Messer daher eher schaden. 

Nichtsdestotrotz wird sich bei den Messern aus Kohlenstoffstahl mit der Zeit eine Patina bilden, mit teilweise deutlichen Verfärbungen. Diese sind kein Zeichen von schlechter Qualität oder Pflege, sondern charakteristisch für dieses Material. Sie verleihen dem Messer einen individuellen Charakter – ich persönlich liebe den Look! 


Griff

Auch der Griff braucht ein wenig Zuwendung, da Holz nach einer gewissen Zeit austrocknet. Mit ein paar Tropfen Öl könnt ihr den Griff wieder aufmotzen und ihn widerstandsfähiger gegen Schmutz, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen machen. Die oben genannten Öle sind auch super für die Griffpflege geeignet. Wieder abends dünn auftragen, einwirken lassen und am nächsten Morgen das überschüssige Öl mit einem Tuch abwischen. So kommt auch die Zeichnung des Holzes wieder schön zur Geltung. Vorher natürlich reinigen: Wie die Klinge mag auch der Holzgriff keine Vollbäder, sondern wird lieber nur feucht abgewischt. 


Schneide

Je nach verwendetem Stahl, seiner Verarbeitung und natürlich seiner Anwendung ist ein Messer mehr oder weniger schnitthaltig. In jedem Fall muss es aber nach einiger Zeit wieder geschärft werden. Am besten schärft ihr euer Messer dann nach, wenn ihr merkt, dass seine Schneidleistung allmählich nachlässt. Das geht schneller und leichter als bei einem richtig stumpfen Messer wieder die volle Schärfe herzustellen. Es gibt dafür viele verschiedene Methoden: Für das schnelle Nachschärfen unterwegs gibt es zum Beispiel spezielle Messerschärfer, die in jede Tasche passen. Mit Wetzstäben, wie sie Mutti in der Küchenschublade liegen hat, kann man die Schneidkante auch vorrübergehend wieder aufrichten, sie müssen von ihrer Härte aber unbedingt zum Messer passen. Ich benutze für einen nachhaltigen Feinschliff Wasserschleifsteine, die ich euch ohne Bedenken empfehlen kann. Wenn man einmal verstanden hat, worauf es dabei ankommt, ist auch das Messerschärfen von Hand ein einfacher Vorgang. Am besten ist er im bewegten Bild zu erklären – auf YouTube gibt es dafür viele gute Anleitungen. 


Kontakt

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